Lykke Li: Leise Töne mit großer Wirkung
“Youth Novels”, das Debütalbum der Schwedin Lykke Li, ist eigentlich bereits Ende August in Deutschland erschienen. Die Stimme der Sängerin und auch ihre zurückgenommenen, bedächtigen Lieder erinnern eigentlich stark an eine gewisse Dame namens Feist. Zweifellos, und eben nicht nur eigentlich, sind dies keine stichhaltigen Gründe, um nicht ein (spätes) Loblied auf ein ganz feines, feinsinniges Album anzustimmen. Denkmaschine aus, Bauchgefühl an.
Lykke Li Timotej Zachrisson, wie die 22 jährige mit vollständingem Namen heißt, ist in einer Künstlerfamilie aufgewachsen und daher ist es kaum verwunderlich, dass sie bereits früh nach einem geeigneten Medium gesucht hat, um sich auszudrücken zu können. Ihre Wahl fiel u.a. auf die Musik und der Lebensmittelpunkt wurde mit gerade 19 Jahren zeitweilig in das Haifischbecken New York verlegt. Das klingt geradezu wie die Blaupause einer Indiepop-Prinzessin, aber dies soll alles andere als ein Einwand gegen ihr musikalisches Schaffen sein.
Die EP ‘Little Bit’ und auch das anschließende Album ‘Youth Novels’ besitzen einen außergwöhnlichen Charme und fangen den Hörer geschwind und mit festem Griff ein. Es herrschen zerbrechliche, zarte Songs vor und ihre Stimme könnte, wenn dies nicht fataler Weise bereits Realität wäre, Eisberge zum schmelzen bringen. Zucker, Zucker, Zucker, wie sie dem Hörer ein “Dance, Dance, Dance” entgegen haucht. Die Singles “Little Bit” und “I’m Good, I’m Gone” wechseln sich mit schöner Regelmäßigkeit als Ohrwurm des Tages ab, und “Everybody But Me” ist eine weitere, beinahe willkürlich genannte Perle unter vielen. Ein extrem hochwertiges Artwork rundet einen über allen Zweifeln erhobenen Gesamteindruck angemessen ab.
Erstaunlich ist es, dass Lykke Li´s Lieder dank Remixen von Black Kids, CSS und anderen selbst auf den Tanzflächen der Clubs funktionieren und zwar auch, weil ihre eigentlichen Wesensarten nicht grob zerpflückt, sondern vorsichtig modifiziert werden. Ein großer Verdienst der beteiligten Menschen an den Reglern und Knöpfen. Es wäre aber auch ein regelrechter Frevel, die wohl austarierten Balancen der originären Songs durch künstliche Boller-Remixe zu zerstören. Es geht eben auch anders.
Lykke Li ist inzwischen alles andere als ein Geheimtipp und dennoch kann man nicht oft genug lobende Worte für eine Künstlerin finden, die sicher noch am Anfang ihrer Karriere als Musikerin steht, und dennoch bereits ein außergewöhnliches Album veröffentlicht hat, an dem sie sich selbst in der Zukunft messen lassen muss. Es gibt definitiv schlimmere Bürden!
Hier exemplarisch das Video zum großartigen “I’m Good, I’m Gone”


gefällt mir sehr gut!! Album lässt sich auch gut hören! tolle stimme!!! will mehr! hoffe es gibt auch mal Konzerte in der Gegend :o)
Wie z.B. diesen Samstag, den 29.11. im wunderschönen Gloria Theater in Köln
EINLASS: 20:00 Uhr, BEGINN: 21:00 Uhr, VVK: 18,00 Euro zzgl. Gebühren
Gibt auch noch Karten!!!
http://www.gloria-theater.com
oh cool!!! hätt ich nicht gedacht! nur schade, denn allein will ich da auch nicht hin….
trotzdem danke für die schnelle reaktion!