The Audience: Dancers and Architects

07.11.08

Songs, die für sich sprechen. Eine altbekannte Floskel, doch glücklich können sich Bands schätzen, die entsprechende Lieder in ihrem Repertoire haben. Auf ihrem zweiten Album ‘Dancers and Architects’ haben The Audience gleich zwölf außergewöhnlich hochwertige Songs vereint, die Hörer mit unterschiedlichen Gewohnheiten und Vorlieben zu begeistern wissen. Wo wir schon dabei sind: Wie weit ist eigentlich so ein “großer Wurf”?

Auf der Rückseite des Albums sind gleich drei Discokugeln zu erkennen. Zusammen mit dem Titel ein deutlicher Hinweis in Richtung Programmatik? In jedem Fall schreit ‘Dancers and Architects’ nach Tanzfläche und erzeugt einen unwiderstehlichen Bewegungsdrang, doch ohne dabei platt oder eindimensional zu wirken. Ganz im Gegenteil ist das Album vielschichtig und bietet anspruchsvolle Arrangements bei aller Tanzbarkeit. Diese Ambivalenz von Stil und Intention wurde auch schon in dem vor einigen Wochen geführten Interview mit Sänger Bernd Pflaum deutlich. Ruhige, bedächtige Nummern wie ‘a.m.’ laden ein, den pulsierenden Gedankenstrom zu verlangsamen, während Songs wie der Opener ‘Teal Missing’ unweigerlich die Füße wieder in Bewegung setzen.

Am besten fängt das phantastische ‘Kill the Octaves’ die beiden Grundstimmungen des gesamten Albums ein. Wie hier verschiedene Motive montiert werden, ist definitiv faszinierend und das Ergebnis ein verdammter Hit. Apropros. Das folgende ‘The Shy Runner’ erzielt beim musikalischen Discokugelstoßen mindestens die gleiche Weite. Dennoch grenzt es an Willkür einzelne Songs heraus zu greifen. Ausfälle sind was für semi-inspirierte Bands, doch The Audience besitzen eine überbordende Kreativität, die sie zum Glück bändigen und in Songstrukturen bannen können.

‘Dancers and Architects’ gehört auf die Einkaufsliste, und falls der lokale Plattenhändler die Platte nicht vorrätig hat, gebührt ihm eine angemessen ordentliche Kopfwäsche. Man kann The Audience nur wünschen, dass sie mit diesem mitreißenden Album hoffentlich reichlich Ernte einfahren. Zum Abschluss: Warum hier weder Genrebezeichnungen noch Referenzbands genannt wurden? Weil die Songs eben für sich sprechen und sprechen sollen. Halbseidene Vergleiche haben da keinen Platz.

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One Response to The Audience: Dancers and Architects

  1. martina on 19.11.08 at 14:22

    das album ist seit 2 wochen meine lieblings-cd. neben bowie und den kooks.

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