Oasis: Dig Out Your Soul

07.10.08

Die mythos-umrankte Band der kontroversen Gallagher-Brüder ist also zurück, doch ihre Rückkehr ging alles andere als still und heimlich vonstatten. Beinahe kein Tag verging, ohne dass winzige Detailfetzen oder meist triviale Gerüchte und Promohäppchen die Runde machten. Noels unfreiwilliger Sturz von der Bühne potenzierte diese ohnehin bereits enorme, auf Oasis ausgerichtete Aufmerksamkeit noch einmal gewaltig. Es ist schon immer wieder amüsant, dass weltweit Fans und Presse sich förmlich überschlagen wenn ein neues Album der Briten ansteht, deren beste Zeit und Alben in den Augen von vielen beinahe 15 Jahre her sind. Mir persönlich gefielen die letzten beiden Studio-Veröffentlichungen “Don´t believe the truth” und “Heathen Chemistry” jedoch ausgesprochen gut, und dass obwohl sie sich eher als solide als brilliant erwiesen. Entsprechend positiv und hoffnungsvoll blickte ich dem neuen Longplayer entgegen…

…und wurde, um es vorwegzunehmen, keineswegs enttäuscht. Die Songs stehen natürlich immer noch in hüfttiefen 60´s Reminiszenzen und der experimentelle Charakter ist dankenswerter Weise auch Richtung Null tendierend. Straighte Britrocker wie die erste Single “The Shock of the Lightning” stehen leicht psychedelischen Popsongs wie “To Be Where There’s Life” oder dem großartigen, bereits als Chemical Brothers Remix bekannten, “Falling Down” gegenüber. Echte Highlights der ersten Albumhälfte sind dann noch “Bag It Up” oder auch “Waiting For The Rapture”, wobei man richtige Ausfälle mit dem Brennglas suchen muss. Mir blieb es verwehrt, entsprechend fündig geworden zu sein.

So bald man allerdings die Mittellinie des Albums überschritten hat, mehren sich doch noch die eher weniger inspirierten Songs, die zum Ende hin zum Teil haarscharf an Belanglosigkeit vorbei schrammen. Doch damit kein falscher Eindruck entsteht: Heerscharen an bemühten Popkappellen würden ihren Nightliner für die schwächeren Lieder eines insgesamt, da ist es wieder, soliden Albums geben. Durch die Verwendung dieses Attributs soll aber nicht der Eindruck vermittelt werden, dass “Dig Out Your Soul” langweilig wäre. Wenig fordernd oder selten spannend, wären passendere Formulierungen, doch die Grunderwartung an eine Oasis Veröffentlichung, nämlich gut unterhalten zu werden, wird allemal erfüllt. Mehr Ansprüche richte ich nicht an Liam, Noel und Co und ob ihr neues Werk Stroh-, Singnal- oder Leuchtfeuer ist oder werden kann, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Es lebe die subjektive Wahrnehmung!!!

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One Response to Oasis: Dig Out Your Soul

  1. [...] britischen Voll-Asis beehren Deutschland mit einer Tour zum aktuellen Album “Dig out your soul“. Der VVK für die Konzerte in Dresden (15.01.), Hamburg (16.1.) Berlin (18.01.), Düsseldorf [...]

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