O’Death: Drei Schritte vom Abgrund entfernt

25. August 2008, von jan

O’Death! Ein Name, der vermuten läßt, dass der Sound dieser Band vermutlich nicht mit “Easy Listening” zu beschreiben ist. Erwartung erfüllt. Die Band aus Brooklyn klingt wie ein zünftiges Besäufnis während einer Bootstour auf dem Styx. Unheimlich, verwegen, und einzigartig. Stilistisch eine Gradwanderung zwischen Country, Blues, Folk mit einer Note Punk. Stürmisch und zerbrechlich zugleich wirken ihre Songs und ihnen einen Anflug von Wahnsinn zu unterstellen, liegt mir fern. Recht, könnte man damit aber durchaus behalten…

Die Selbsteinschätzung auf ihrer (nicht gerade aktuellen) Homepage spricht Bände: “There’s a banjo, a fiddle, a drum set littered with gas cans, chains, and broken cymbals. Then they all start howling, stomping; it’s an anachronistic jug band party in a junkyard with sing-along hooks and weathered vocals from another time.”

Der düster-warme Gesamtsound weckt Erinnerungen an Nick Cave, Tom Waits oder den großartigen Murder By Death wach, doch auf ihre Art sind O’Death schon ein Unikat. Gemein ist den genannten Künstlern und O’Death eine kuriose Grundstimmung, in der sich menschliche Abgründe auf tun und in Songs münden, die gebrochen Herzen und vor allem zerrissene Seelen vertonen. Eine pathetisch Umschreibung, die versucht einer Band gerecht zu werden, die nicht leicht zu fassen ist. Doch wenn man sie einmal gefangen hat, möchte man mit ins Boot steigen und leidend und grölend den berühmten Fluss der griechischen Mythologie entlang schippern.

Als Hörprobe sei das großartige Low Tide und das nicht minder hörenswerte Down to Rest empfohlen. Neu und brandaktuell ist das neue, auf City Slang vor wenigen Tagen erschienene, Album Broken Hymns, Limbs and Skins.

Weitere Hörproben auf: http://www.myspace.com/odeath

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