Kaum zu glauben, dass die Band mit dem südländischen Namen aus dem nicht gerade Sonnenschein verwöhnten Wales stammen. Denke ich an Wales, so kommen mir satte, grüne Wiesen, Rugby, Pubs, starker Wind und reichlich Regen in den Sinn. Weit gefehlt – sicher nicht. Wenn man jedoch das 2008er Debütalbum “Hold on now, Youngster” von Los Campesinos! als Beispiel nimmt, so muss man sich eingestehen, dass beispielsweise schlechtes Wetter nicht zwangsläufig aufs Gemüt schlagen muss. Mich begleitet dieses fröhlich, vequere Album schon seit Monaten und das ebenfalls witterungsunabhängig. Nun gibt es im Herbst bereits Nachschub…
Nie klang Chaos so harmonisch: Handclaps, Piano, Glockenspiel, schräge Gitarren werden in Feel-Good Popperlen und keinesfalls konservative Songstrukturen gebannt. Durch den zweistimmigen Gesang von Aleksandra und Gareth steigt die Zimmertemperatur um einige Grad an und dieser gutgelaunte Sack voll Flöhe von einem Album, wächst dem einmal verfallenen Hörer rasant ans Herz. Ebenfalls zu Gute muss man wohl halten, dass “Hold on now, Youngster” sich nicht schnell abgenutzt hat, was bei vermeintlich leichter Kost ja bekanntlich schnell passieren kann.
Im Oktober ercheint also nur knapp 7 Monate nach der letzten Albumveröffentlichung eine weitere. Es bleibt zu hoffen, dass der offensichtliche Schnell- nicht auch zu einem Schuss in den Ofen verkommt. Angeblich handelt es sich bei den Aufnahmen auch nicht um alte und/oder verworfene Stücke, sondern um frisches Material der siebenköpfigen Indie-Pop Band. Wer jedoch nicht bis Herbst warten will, um dieser wirklich tollen Band ein Ohr zu leihen, dem sei noch einmal und mit Nachdruck “Hold on now, Youngster” empfohlen. Klasse Platte mit satt Sonnenschein und angenehmen Chaos Faktor!!!