Black Kids: Partie Traumatic
Was genau lieben die Menschen eigentlich so an Pop-Musik? Damit meine ich nicht diesen seelenlosen 1-2-3 Reißbrett Pop, hinter dem lediglich der Wunsch nach dem schnellen Euro steht. Vielmehr habe ich die Art von Musik im Sinn, die mitten aus dem Leben entspringt, Geschichten erzählt, Trost spendet, Hoffnung schenkt oder einfach auf unerklärlicher Weise Euphorie entzündet. Black Kids sind so eine fantastische Band voller Brandstifter.
Die fünfköpfige Band aus Jacksonville, Florida haben sich mit Haut, Haar und Seele in den Dienst zuckersüßen Indie-Pops gestellt. Ihr gerade erschienes Album “Partie Traumatic” ist ein wundervolles Beispiel dafür, warum Pop so wunderbar und völlig unpeinlich funktionieren kann. Gitarre, Bass, Keyboard, Drums, Backing Vocals und Gesang, eine simple Zauberformel mit durchschlagener Wirkung. Reggie Youngblood jauchzt so herrlich sehnsüchtig ins Mikro, dass man glatt zum Mitleiden verdammt ist. Dabei klingt er wie der jüngere Bruder von Robert Smith, aber ohne sich dabei selbst zu wichtig zu nehmen, was durch den naiv klingenden Hintergrundgesang noch bestärkt wird.
“Love me already” ist so ein Tearjerker, der durch seine fordernde Stimmung jedoch eher euphorisierend statt deprimierend wirkt. “I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You”
ist der Prototyp eines Ohrwurms und annektiert scham- und hemmungslos das Gehör. Gut so. “Hurricane Jane” schmachtet ebenso beschwingt vor sich hin. Vermeintliche Gegensätze werden in diesem Kontext völlig plausibel. Gänsehaut, Schluchzen, Wippen und Tanzen. Das volle Programm und dieses erinnert an The Cure, Phoenix, Shout Out Louds. Nur um einige der Assoziationen zu nennen, die mir beim Hören durch den Kopf gehen.
“Partie Traumatic” ist eine Platte zum Wohlfühlen, eine Platte voller Emotionen, aber ohne den großen Druck echter Tragödien. Pop erzählt letztlich nur die Geschichten, dem Hörer obliegt es, was er daraus macht. Black Kids erzählen ihre Stories amüsant und verpacken diese in unterhaltende, wunderschöne Songs. Mehr kann man von Pop nicht verlangen…


[...] 18th, 2008 Was das wunderbare an der amerikanischen Band “Black Kids” ist, wird bei Alles ist Pop sehr schön beschrieben. Die fünfköpfige Band hat sich dem Indie-Pop verschrieben, und wie das [...]