Als ich letzte Woche die erste Lieblingsliste, der Intro-Redaktion studiert habe, bin ich auf das wirklich beeindruckende Stück “Mykonos” von Fleet Foxes gestoßen. Wie das nun mal so ist, musste ich mir natürlich direkt die EP “Sun Giant”, auf der der besagte Song zufinden ist, und das selbstbetitelte Debut des Seattler Qunintets zulegen. Und ich wurde wahrlich nicht enttäuscht, höchst wahrscheinlich waren es die best investierten 20 Euro der letzten Monate.
Fleet Foxes sind beim Label Sub Pop Records beheimatet, das auch Künstler wie Iron & Wine, Band of Horses, The Postal Service, Loney, Dear aber auch die letzte Woche besprochene Band Wolf Parade vertreibt.
“Sun Giant” ist bereits im Februar erschienen und umfasst fünf Songs, von denen keiner auf dem Debutalbum wieder zu finden ist. Der Sound ist ähnlich wie schon bei “Mykonos”, geprägt durch sanfte Gitarren und mehrstimmigen Gesang, der einfach herrlich arrangiert ist. Die EP überzeugt im gesamten, wobei sich “Mykonos” noch von den anderen vier Stücken abheben kann. Meiner Meinung nach kann es das Stück sogar mit großartigen Liedern, wie Midlake’s “Roscoe” oder Iron & Wine’s “Jezebel” aufnehmen.
Das Debut setzt dort an wo “Sun Giant” aufgehört hat, die Klasse der Songs ist vielleicht noch ein Tick besser als auf der EP. Der kostenlos im Internet hör- und herrunterladbare Song White Winter Hymnal, belegt dies. Traurig schöne Melodien die zu mittelalterlichen Tagträumen einladen, wie beispielsweise “Tiger Mountain Peasant Song” oder “Heard Them Strirring” finden sich zu Hauf auf dem Album.
Das ist auch genau der Punkt der Fleet Foxes zu etwas besonderem macht, die schönen Melodien sind teilweise ungewöhnlich arrangiert, so kommt es mehr als häufig vor, dass die Musik einen mittel
alterlichen Flair erzeugt und zwar anders, als man es von diesem grauenhaften Mittelalter Metal à la In Extremo kennt, sondern eher wie es Ougenweide in den 70er Jahren vormachten. Immer wieder schleichen sich Flöten oder Männerchöre in die Songs von Fleet Foxes, dennoch wirkt die Musik in keinster Weise überproduziert, sondern einfach in sich stimmig. Das Cover mit dem Gemälde von Pieter Brueghel rundet das Gesamtwerk ab, da es den Inhalt des Albums erahnen lässt. “Fleet Foxes” ist auf CD, aber auch als Doppel-Vinyl zu erhalten, was bei diesem Cover eigentlich schon zum Pfilchtkauf wird.
Wenn ihr euch noch mehr Höreindrücke verschaffen wollt, so könnt ihr dies über die Fleet Foxes MySpace-Seite. Live kann man die fünf Herren leider in nächster Zeit nur auf dem Haldern Festival erleben, aber in das Lineup passen die Seattler auf jeden Fall wie die Faust aufs Auge.
Unter http://media.universal-music.de/coop/fleetfoxes/ kann man das Album im Stream hören. PFLICHT!!!
Sehr sehr gute Band mit einem erstklassigen Album. Übrigens auch Kompliment für das aussagekräftige kurze Review. Im Gegensatz zu diesem Gelaber hier http://www.plattentests.de/rezi.php?show=5979 fühlt man sich nicht von Phrasen über Phrasen erdrückt.