Sidewaytown: Kognitive Homevideos

15.04.08

cover2.jpgMarkus Baltes ist offenkundig ein Getriebener. Der ehemalige Autumnblaze-Sänger fand sich nach eigener Beschreibung nach dem Ende der 10 Jahre existierenden Band in einem Loch wieder, aus dem es rauszuklettern galt. Doch anstatt mühsam zu kraxeln, packte Baltes sein Jetpack aus und flog los – das erstaunliche Ergebnis seiner Reise liegt jetzt vor.

Alles, was er dazu benötigte, war ein passender Name für ein neues Projekt. Den hatte er mit Sidewaytown schnell gefunden. Den Rest nahm er erstmal allein in die Hand. 10 Songs schrieb er im vergangenen Jahr, nahm sie mit einem schwedischen Produzenten auf… und bezeichnet das Ergebnis heute als “Desaster”. Also alles auf Anfang, ab ins unterfränkische Mellrichstadt und die Vision von der “Musik zum Film im Kopf” mit dem ehemaligen Autumnblaze-Weggefährten Ulf Theodor Schwadorf an den Drums und Fabian Strauß am Bass neu aufgenommen.

 

Das Ergebnis hört auf den Namen Years In The Wall und sprudelt nur so vor Ambition und Anspruch. Ein post-rockig-atmosphärisch-ausschweifend-melancholisches Konzeptalbum ist es geworden. Aber keine Angst, das Werk ist nur halb so sperrig, wie diese Einordnung klingt. Eng umschlungen um die gewählte Thematik von Außenseiter- und Verlorensein in einer dunklen, feindlichen Umgebung hangelt sich Baltes eine Dreiviertelstunde lang durch filigrane bis bombastische Soundteppiche. Und in weit mehr als einem starken Moment flüstert und schmachtet er sich unverschämt professionell tatsächlich in die Flimmerkiste zwischen den Ohren des Hörers.

Was bleibt, ist der Hinweis auf zwei frei verfügbare Songs von “Years In The Wall”  - und ab dafür!

Asylum F22.0

Lightseconds

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