Frame of Mind – Neues aus Albion?

30.03.08

fom1Neues aus Albion? Mitnichten. Die Band, die hier so ur-britisch daherkommt, stammt aus dem beschaulichen Detmold und eben nicht aus Liverpool, Sheffield oder London. Die Herkunft der Jungs ist aber auch gänzlich sekundär, denn ihre Britpop Variante wirkt nicht nur beeindruckend authentisch, sondern überzeugt auch auf ganzer Linie.

Die offensichtlichen und eindeutig zu identifizierenden Vorbilder wie Paul Weller, The Beatles, The Kinks und nicht zuletzt Oasis sind die dominanten Eckpfeiler in einem abwechslungsreichen Gesamtsound. Natürlich sind das große Schuhe, die FOM sich da anziehen, doch wenn man sich von der Masse an Britpop Epigonen abheben will, muss man sich eben an den Genrevätern und -größen messen.

Bei der Flut von Neo-Britpop Bands, die in UK sich wöchentlich die Hype-Klinke in die Hand geben, ist es umso angenehmer, dass der Sound von Frame of Mind eher in eine klassische Richtung tendiert. Mod, Britpop, Rock ´n´ Roll und das Ganze klingt nie altbacken oder langweilig, was alles andere als einfach ist. Auf ihrem 2005er Album “Episodes” sind genannte Ingredienzien bereits gelungen miteinander verquickt worden, auch wenn der Sound noch nicht ganz den großen Ambitionen gerecht werden konnte.

Teilweise scheppert das Ganze ein wenig, was aber wiederum durchaus sympathisch und nicht störend wirkt. Potential und gute Songs sind in jedem Fall auf ihrem selbstproduzierten Debütalbum bereits vorhanden und dieses markiert folgerichtig noch nicht das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange.

fom2Letztes Jahr wurde mit der EP “Celebration” nachgelegt und meiner Meinung nach mehr als nur ein paar schnöde Kohlebriketts. Der Zug der hier mit Volldampf die Schienen der britischen Musikgeschichte entlang rast sei allen Freunden straighter Popmusik von der Insel ans Herz gelegt. 4 Songs voller Esprit, die nach einer Darbietung auf der Bühne verlangen und genau da hingehören. Überflüssiger Ballast wurde über Bord geworfen und die Essenz aus dem schon guten “Episodes” direkt und fett produziert auf den Tonträger gebannt.

Trotz der hervorragenden Produktion klingen die Songs weitaus mehr nach Garage als nach Stadion und Gallagher Brüdern und das ist positiv gemeint. Feine Gitarrenarbeit inklusive. Wer bei dem Überhit der gleichnamigen EP noch still sitzt, dem kann und soll nicht mehr geholfen werden. Das Frame of Mind bereits im Vorprogramm von Art Brut oder Pale gespielt wundert nicht im Geringsten. Das hier ist keine in Talent und Inspiration limitierte Proberaumband von Nebenan. Auch nicht aus Sheffield. Nicht aus Liverpool und nicht aus London. Detmold. Sollte ich mir merken. Und ihr auch. Rock ‘n’ Roll Soul!!!

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3 Responses to Frame of Mind – Neues aus Albion?

  1. Jan on 06.05.08 at 09:42

    Auf der Myspace Seite der Band gibt es auch den Eins Live – Plan B Radio Beitrag über Frame of Mind auf die Ohren:

    http://www.myspace.com/frameofmindsongbook

    …und dann sind die Jungs Thema im kommenden, neuen “Popcast”. Watch Out!!!

  2. [...] ¡Forward, Russia! The Dance Inc. Frame of Mind (siehe auch unsere Besprechung) [...]

  3. [...] Gesang. Könnte auch von der Insel kommen und die NRW-Britpop-”Konkurrenz” Frame of Mind wird dabei mindestens in meinem persönlichen Fussmussmitwippenfaktor übertroffen. Zum Reinhören [...]

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