Mit Star Trek habe weder ich noch das nachfolgend besprochene Album etwas zu tun, das Thema Raumfahrt kann man bei Juri Gagarin allerdings kaum umgehen. Abgehakt!
Ihr Remix des Bratze Gassenhauers “Jean Claude” ließ im Herbst 2007 aufhorchen und ein eigenes Album erahnen. Juri Gagarin veröffentlichten auf Hamburgs finest halli-galli Label Audiolith mit “Energia” kürzlich jenes Erstlingswerk und selten war die martialisch anmutende Redewendung „keine Gefangenen machen” so passend wie hier.
Das Duo ballert sich gekonnt durch 9 Keyboard lastige und schwergradig unterhaltsame Elektro-Trash-Hymnen und obendrein gibt es noch 2 famose Remixe des Labelmates Der Tante Renate und Rampue. Die ausufernden Keyboard Eskapaden werfen schon ein Schlaglicht auf den elektronischen Grabbeltisch der 90er Jahre, sind aber fast nie cheesy und somit sympathischer Weise immer auf der guten Seite der Macht. Instrumentale Perlen wie „Abflug” oder „Delirium” hätte ich mir vor einigen Jahren als Computerspiel Soundtrack gewünscht und „Presidator” (Free Download) ist schlichtweg eine Beatbombe von einem Song.
„Supermarkt”, der einzige Song mit Vocals, würde auch in jedem „Indie”-Szene Club als Tanzflächenfüller funktionieren, ist
aber nicht repräsentativ für das gesamte Album. Obwohl elektronische Sounds bei einem eher Gitarren affinen Publikum zur Zeit Hochkonjunktur feiern, ist hier für Anbiederung kein Platz. „Energia” hat dennoch oder vielmehr gerade deswegen alles um dem geneigten Hörer, insofern er keine Scheu vor dem bereits erwähnten Trash-Appeal besitzt, begeistern zu können. Oder um es doch noch einmal mit dem vom Namen des Hamburger Duos ausgehenden und sich auch im Artwork niederschlagenden Grundkonzept zu sagen: Wer in diese Rakete nicht einsteigt, ist selbst schuld. „1 2 3 go”!
Vielen Dank für dieses Review… sehr gut beschrieben die Russenpeitsche!
super Band, super album, live terror pur!
Wovon man sich ja nächsten Donnerstag in Duisburg überzeugen kann…