Was passiert, wenn man keine musikalische Neugier besitzt, müssen nun schmerzlich große Teile meines Freundeskreises erfahren. Als ich ihnen euphorisch von den ResisTanzen2 im Fifty erzählte lehnten sie dankend ab. „PIRATENPOLKA!“, war mein überzeugendstes Argument, was ich ihnen um die Ohren warf. Mich wundert es, dass so viele diese Genrebezeichnung so gar nicht überzeugend finden. Ich jedenfalls wurde letzten Samstag, den 23. Februar von den ResisTanzen2 kein bisschen enttäuscht. Und das werde ich meine Freunde wohl noch wochenlang spüren lassen.
Nachdem die Band nach einer leichten Verspätung auf die Bühne tritt, fangen sie an mit dem melancholisch beladenen Song „Wunderbar“ (Auch auf der MySpace-Seite). Gleich merkt man, was für Qualitäten in der Band stecken, die man vorher nicht ganz ernst nehmen wollte. Eine geswingte Version von Element of Crime. Mit einem Gesang der als verraucht und versoffen beschreiben lässt und manchmal in ein euphorisches Geschrei oder aber amüsantes gequietsche übergeht. Über die ersten Stücke versucht Martin Kaufmann eine Geschichte von einer Seereise durch die ganze Welt zu erzählen, verliert aber schon nach dem dritten Song den Faden und lässt ab dann nur noch die Musik wirken.
Mit größtenteils gecoverten Liedern von Bands und Musikern über die komplette Bandbreite der Musikgeschichte, die auf so geniale Art piratisiert wurden, eroberten die ResisTanzen2 das Publikum im Sturm. Während des Status Quo-Klassikers „Gerundula“ möchte der singende Akkordeonspieler die Stimme von Francis Rossi ein bisschen zu gut imitieren und stellt damit zum ersten Mal unter Beweis, ein bisschen verrückt gehört dazu.
Nicht einmal Bertolt Brecht und Kurt Weill bleiben von den musikalischen Freibeutern verschont. Ihr „Alabama Song“ schallt in der ersten Hälfte des Konzerts durch das gut gefüllte Fifty. Die Musik der fünf Seeräuber trotzt jeder katalogisierung. Sie bewegen sich irgendwo zwischen dem Poprock der „Element of Crime“, Jazz und manchmal hört man sogar leichte Reggaeklänge. Doch bevor ihr euch den Kopf blutig denkt, wie das jetzt klingen soll, hört ihr am besten selbst rein. Entweder auf der eigenen Homepage zum Download oder auf der MySpace-Seite.
Vielen Dank an Steffen für diesen Artikel.
Bild-©opyright Annette Jonak
<– Auch da war.
Ich mag ja sowas. Unkonventionell, etwas unberechenbar und mit einer, nicht allzu dick aufgetragenen Portion Humor versehen.
“Resis-Tanzen 2″ besticht durch einen breiten Stilmix. Ein Schlagzeug, eine Gitarre, einen Bass und einen singenden Akkordeon-Mann – mehr braucht es dazu nicht. In dieser Konstellation überraschen die Jungs während des Konzertes immer wieder durch nicht ganz erwartete Musikstile. Auch der Gesang wechselt nicht nur durch verschiedene Sprachen wie Russisch, Tschechisch oder andere die ich nicht verstehe, sondern kommt auch ansonsten sehr Faccettenreich, aber dennoch original daher. Auf ihrer MySpace Seite bezeichnet als Folk Rock / Ska / Punk, kann man den Musikstil nur schwer greifen.. ist aber auch gut so und ich denke vor allem dass es auch genau so gewollt ist.
Ein weiterer Pluspunkt ist sicherlich die individuelle Klasse der Musiker, die ihr Instrument wirklich auch beherrschen. Zwischendurch blitzt der Gittarist durchaus mit einem old-school Hardrock-Solo auf. Auch dem Schlagzeuger merkt man nicht nur an, dass er was drauf hat, sondern vor allem dass es ihm wirklich Spaß macht zu spielen. Das zwischendurch aufkommende Chaos in der Musik, nicht zuletzt durch lauthals “gesungene” Passagen des Sängers, sind gewollt und damit abgesegnet
Auch wenn das Konzert sicherlich aus größtenteils gecoverten Stücken besteht, kann jeder der mehr als 3 von ihnen erkennt mit Recht behaupten grenzübergreifende Ahnung von Musik zu haben.
Fazit von mir: Für jeden der auch mal was neues verträgt ist Resis-tanzen2 auf jeden Fall zu empfehlen.
Gruß
Der Saven
jo war nen starkes konzert, auch der sinn des konzertes (ein gut besuchtes fifty) wurde erfüllt, ich denke es waren mindestens 50 leute anwesend. daumen hoch für die resistanzen2