Senore Matze Rossi: Und wie geht es deinen Dämonen?

20.02.08

coverAlles neu im Hause Rossi? Nicht ganz und dennoch wartet das neue Album „Und wie geht es deinen Dämonen?” mit einigen Überraschungen auf. Man könnte sagen, dass das wandelnde Poesiealbum Matze Nürnberger seinen Kleinoden die Ecken und Kanten gelassen hat. Zu den positiv-naiven Texten voller alltäglicher Schönheit gesellt sich nun also der alte Geselle namens Rock und auch die ein oder andere (elektronische) Spielerei veredelt den Longplayer. Rossi riskiert viel und gewinnt fast alles.

Laut und leise. Ein alt bewährtes Konzept, dass auch auf diesem Album zu überzeugen weiß und so reiht sich detailverliebte Halbballade an Post-punk Smasher. Mit letzterem ist das leicht gewöhnungsbedürftige „Hallo Stadt” gemeint und auch dieser Song ist kein Rohrkrepierer, sondern zündet eben erst ein wenig später, packt dann aber um so entschlossener zu. Der quasi Titelsong „Nichts ist verloren” bildet die Achse des Albums und vereint musikalisch wie emotional die verschiedenen Elemente in einer romantischen-idealistischen Durchhalteparole.„Unverwundbar” erinnert während der Strophe sogar ein wenig an das internationale Schwergewicht Queens Of The Stone Age und trotzdem mündet diese dann wieder in einem Rossi-typischen Finale voller Hoffnung und Trotz.

 

Obwohl „Und wie geht es deinen Dämonen?” an einigen Stellen knarzt und knackt, überwiegen die hymnischen, melancholischen Momente. „Mein Freund und bester Feind” erzeugt Gänsehaut, das wunderbare „Ich hoffe du findest was du suchst…” trieft vor Sehnsucht und „Alles oder nichts” gipfelt in entrüstender Selbsterkenntnis.

 

Wer ein klassisches Singer-Songwriter Album erwartet, könnte auf den ersten Blick enttäuscht werden, doch ein zweites und drittes Hinhören lohnt alle mal. Authentisch, melancholisch, selbst-ironisch und unbeirrt führt Rossis Weg heraus aus der Liga der netten Liedermacher und hinein in…wohin eigentlich? Rossi hat sich frei gestrampelt und stapft nun die Straße zwischen den Genres entlang, schaut nach links und rechts, geht und geht und geht…

 

„Es geht doch nur um´s Ankommen. Um einen sicheren Platz. Oder dass man sich erinnert, dass man ihn schon gefunden hat.” (aus „Illusion der Kontrolle”)

Hier das Interview von Matze Rossi mit Alles Ist Pop

Senore Matze Rossi – Ich hoffe dass du findest was du suchst



 

 

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