Das dieser Abend auch für die Band Stars außergewöhnlich werden würde, zeichnete sich bereits ab als Sänger und Schauspieler Torquil Campbell ungläubig den Kopf schüttelnd ob der über 800 Konzertbesucher die mit Blumen geschmückte Bühne betrat. Die Voraussetzungen für einen wunderbaren Abend im Zeichen zuckersüßer Popmusik hätten auch nicht geeigneter sein können. Das Gloria Theater zu Köln mit seinen rubinrot gestrichenen Wänden ist in weiches, atmosphärisches Licht getaucht, so dass bereits mit den ersten, allerdings noch breiigen Tönen von „The Night Stars Here” der berühmte Funke im Publikum kurz auflodert.
In der Folge zieht das Quintett um Sängerin und Gitarristin Amy Millan und Torquil Cambell – mit verbessertem Sound und ihren Herz und Kopf betörenden Hymnen – das Publikum endgültig in ihren Bann. Zwischen den Songs weiß Cambell stets mit skurrilen wie geistreichen Ansagen zu unterhalten, während sich seine kongeniale Gesangspartnerin Millan eher dezent im Hintergrund aufhält. Um so beeindruckender ist dann die Stimme mit der die Kanadierin immer wieder für stehende Ovationen der Nackenhaare sorgt. Die außergewöhnlichen, magischen Momente an diesem Abend entstehen allerdings erst aus dem Zusammenspiel beider Stimmen, die einfach wie für einander geschaffen scheinen. Die Konzertbesucher danken es mit euphorischem, zum Teil Minuten andauerndem Beifall, der der Band offensichtlich schmeichelt und zu weiteren Heldentaten anspornt.
Das Set beinhaltet größtenteils Songs von den beiden letzten Alben “Set Yourself On Fire” und “In Our Bedroom After The War” zu gleichen Teilen und spätestens bei der aktuellen Single “Take Me To The Riot” brechen endgültig alle Dämme der Zurückhaltung und das Gloria schwimmt in einem Ozean aus Endorphin in Richtung Zeitlosigkeit. So kitschig diese Sätze auch anmuten, Publikum und Künstler profitieren gleichermaßen von der sensationellen Atmosphäre an diesem Abend. Die Ehrlichkeit und Bescheidenheit, ja fast Demut mit der Millan und Co auf die wohlwollende Zustimmung vor der Bühne reagieren, potenziert die bereits vorhandene Sympathie für diese Ausnahmeband noch einmal.
Nach gut anderthalb Stunden und einer Gänsehaut erzeugenden Darbietung des nur von Keyboard und Campbells brüchiger Stimme getragenen “Barricade” ist das Ende gekommen. Raus in die milde Februar Nacht. Hallo Katharsis. Nie waren blumenbahangene Instrumentenständer passender und schöner als an diesem denk- und erinnerungswürdigen Abend!
Na toll, so hab ich mir das vorgestellt: Ich kann wegen einer Klausur nicht zu ‘nem Konzert und muss hier nachlesen, was ich verpasst habe. Grrrr.
Da kann ich Benedikt nur zustimmen.
Die MAcher meines aktuellen Lieblingsalbums (also so wie in: JETZT GERADE) verpassen zu müssen – und dann auch noch hier so blumig darüber zu lesen?!
Ganz schön gemein.
Das ist nicht mehr Pop, das ist Gothic.
hätte ich def. auch gern gesehn.
[...] “The Five Ghosts” mit einschließen zu dürfen. Denn Konzertimpressionen, wie die im Februar 2008 im Kölner Gloria entstandenen, erweisen sich als unauslöschlich und die zu erwartende Endorphinausschüttung bei [...]