The Mars Volta: The Bedlam in Goliath
The Mars Volta polarisieren seit 2001 wie kaum eine andere Band im Sektor der alternativen (Rock-)Musik und irgendwo zwischen Himmel und Hölle liegt auch ihr 4. Studioalbum The Bedlam in Goliath. Das Begriffspaar „Himmel und Hölle” ist im Fall von The Mars Volta allerdings durchweg positiv konnotiert, denn die Band scheint ihre eigene Mitte gefunden und die sprichwörtliche Kurve gekriegt zu haben.
Die beiden Freidenker Cedric Bixler-Zavala und Omar Rodriguez-Lopez gelten ebenso exzentrisch wir schöpferisch talentiert. Auf dem neuen Album konnten das kongeniale Duo und seine Mitstreiter die rauschende Kreativität wieder in Song dienlichere Bahnen lenken. Zwischen allen Soundeskapaden scheint man den Hörer diesmal nicht aus den Augen zu verlieren. Beide Lockenköpfe machen in Interviews nie einen Hehl daraus, dass die Meinung oder Wünsche des potentiellen Hörers für ihren Schaffensprozess keine Rolle spielt und dennoch profitiert eben genau dieser von der neuen, alten Eingängigkeit. Diese sogenannte Eingängigkeit mündet natürlich nicht in gewöhnlichen Songstrukturen, doch das Fehlen von minutenlangen, aberwitzigen Geräuschkulissen erlaubt endlich wieder den Genuss ihres aussergewönlichen Songwritings.
Die Art wie sie verschiedene Soundtapeten übereinander schichten, ist schlicht und ergreifend als atemberaubend zu bezeichnen. Knietief im Prog, Salsa in der Westentasche und Punk im Herzen.
Mit Genrebezeichnungen lassen sich The Mars Volta sicher nicht erfassen und für mich ist das 4.Studioalbum ein ähnlicher Geniestreich wie das Debüt De-Loused In The Comatorium von 2003.
Keine Frage. Viele Leute werden auch dieses Output der Band hassen und sich die seeligen At the Drive-In Tage zurückwünschen. Andere machen sich aus Überzeugung nicht die Mühe hinter die Fassade dieser Ausnahmeband zu schauen. Doch es gibt eben auch die Art von Musikliebhabern, die liebend gern einige Schmerzen auf sich nehmen um sich in den Kosmos The Bedlam in Goliath hinein zu wühlen und diese werden mit einem wunderbaren Stück Musikgeschichte belohnt.
Nichts ist Schwarz. Nichts ist Weiß. The Mars Volta haben dies verinnerlicht. Eben Himmel…und Hölle!
The Mars Volta - Goliath


DIe wollt ich mir auch mal unbedingt gekauft haben, ich hab vor einigen Jahren durch die Zufall die De-Loused in Comatorium in die Hände bekommen und ich fand sie genial und ich hab mir damals die Mühe gemacht sie ien bischen auseinander zunehmen, was tatsächlich sehr anstrengend war, weil ich sie mehr als rockige Version von Aufzugmusik empfunden hab, eben wegen den minutenlangen Geräuschkulissen. Aber die CD hat mich echt umgehauen und die neue brauch ich auf jeden Fall auch…
Wenn dir das erste The Mars Volta Album gefallen hat, wirst du vom Neuen nicht enttäuscht sein…
Naja, wenn man die letzten beiden Alben als Vergleich heranzieht, dann ist “The Bedlam in Goliath” sicherlich erträglicher bzw. weniger anstrengend. Aber irgendwie bleibt bei mir trotzdem ziemlich wenig hängen. “De-Loused in the Comatorium” war eben deutlich bewegender. Man hört eben schon heraus ob jemand Musik macht, einfach nur um Musik zu machen oder ob jemand versucht Emotionen/Tragödien zu verarbeiten. Auf “Bedlam” scheint eher ersteres im Vordergrund zu stehen. Das ist zwar musikalisch genial und technisch anspruchsvoll, aber das waren “Frances the Mute” und “Amputechture” auch. “The Bedlam in Goliath” setzt dabei lediglich weniger auf Soundcollagen und mehr auf (nachvollziehbare) Instrumentierung. Zudem gibt’s keine Songs über 10 Minuten mehr, dafür aber 12 an der Zahl. Trotz der erhöten Nachvollziehbarkeit wirkt mir das ganze jedoch zu “trocken” bzw. “technisch”. Waren die letzten beiden Alben also zu technisch und zu anstregend ist dieses Album jetzt nur noch zu technisch. Eine Verbesserung also auf der einen Seite, aber trotzdem lässt mich “Bedlam” ziemlich kalt. Für mich muss Musik eben mitreißend sein und nachvollziehbar Emotionen transportieren. Irgendwie schade, dass “The Mars Volta” das offenbar nur können wenn sie auch nen Anlass haben der sie persönlich bewegt (immerhin handelte “De-Loused” vom Selbstmord ihres Freundes/Mentors Julio Venegas).
Fazit: “The Bedlam in Goliath” eignet sich wunderbar als Begleitmusik z.B. beim “surfen”, aber keineswegs zum “in sich gehen” oder zum “abgehn”. Die Tränendrüsen bleiben also inaktiv und euphorisierend waren The Mars Volta ja eh noch nie. Ok, zum “abschalten” kann man es vielleicht noch gebrauchen, wenn man nach hause kommt und sich den ersten Drink des Abends gibt, aber auch nur zum aufwärmen…
Mein lieber Schwan Goliath rockt ja derbst. Ich denke ich werde morgen mal schauen müssen ob ich irgendwo ergattern kann.
Ich wollte eigentlich einen Bogen um die Platte machen, da ich von der letzten ziemlich enttäuscht war, aber die “Single” überzeugt.
So, ich habs mir nun also gekauft und nach dem ersten Hören bin ich tatsächlich ziemlich enttäuscht. Es mag sein, das es bei weitem besser ist als “Frances the Mute” und “Amputechture”, die habe ich noch nie gehört, aber im gegensatz zu der “De-loused in Comatorium” ist die Platte nichts dolles. Die “De-loused in Comatorium” hat mich damals wirklich umgehauen und diesem Album hat für mich so garnichts an emotionen. Das ist so meine erste große Fehlinvestition 2008 glaube ich. Ich hatte mir wirklich bei weitem mehr davon erhofft
Hmm…interessant, dass du das so siehst.
Meiner Meinung nach wächst das Album bei jedem Hören und daher solltest du der Platte noch ein paar Durchgänge gönnen.
Was Rodriguez-Lopez und John Frusciante (RHCP) mit ihren Gitarren anstellen ist sensationell.
Vielleicht fehlt “Bedlam…” die gewisse, atmosphärische Note die “Deloused…” hatte, dennoch ist es ein hervorragendes Album.
Noch einmal:
Dieses Album, diese Band polarisiert.
Schade, dass Marcel und dir das neueste Output nicht gefällt !
Ich habs mir nochmal angehört und ich kann ihm schon ein klein wenig mehr abgewinnen…trotzdem, der burner ist es immernoch nicht…ich würd ja sagen, es liegt darann das es einfach nicht mein stil ist, aber wessen stil ist es schon…ich hab Last.fm gefragt, wer ihrer meinung nach klingt wie Mars Volta und was er mir indirekt gesagt hat ist ein dickes, fettes: NIEMAND! Direkt hieß es, Radiohead und Tool am ehesten, vielleicht noch A Perfect circle, und was ich noch am ehesten nachvollziehen kann sind at the drive-in, aber wirkliche übereinstimmungen gibt es eigentlich nicht. Also um zum Punkt zu kommen, Mars Volta sind niemandes Stil um es mit den Worten der Jamba-Werbung zu sagen: Love It Or Hate it!
Jetzt ist es gezündet! Verdammt, man sollte definitiv nicht das Erstlingswerk im Hinterkopf haben wenn man sich damit beschäftigt UND man sollte nicht allzu schlecht drauf sein wenn man sich Bedlam anhört. Ist vielleicht das spaßigste Album von The Mars Volta bisher (spaßig im Sinne von Spielfreude). Wenn die Stimmung passt, durchaus ein Vergnügen. Tipp: LAUT anhören!
mir ist ein genialer zusammenhang aufgefallen: Mars Volta klingen auf dem Album wie die Oompa Lompas, die kleinen dinger aus Charlie und die Schokoladenfabrik, in der Tim Burton-Version singen die ja auch die ganze Zeit und sie klingen wie die Bedlam in Goliath