Für diesen Rezension wurden mir einige das frisch ausgerufene „alles ist pop” wohl am liebsten um die Ohren hauen. Dennoch: Angels & Airwaves haben nur anderthalb Jahre nach ihrem Debüt „We Don’t Need Tor Whisper” im Oktober mit „I-Empire” nachgelegt. Medial und kommerziell blieb der Longplayer hierzulande bislang weitgehend unbeachtet – zu Unrecht.
Über den geistigen Zustand des ehemaligen Blink-182-Frontmanns und AVA-Kopf Tom DeLonge kann man sich sicher trefflich streiten. Die weltweite Musiklandschaft auf den Kopf stellen, völlig neue Vermarktungskonzepte entwerfen und Live-Shows mit NASA-Technologie anreichern lauteten einige von DeLonges Plänen. Die Realität sieht natürlich anders aus – klingt aber immerhin nach lupenreiner, verträumter und hochmelodiöser Popmusik.
Wer dazu noch etwas für das zu blink-Zeiten lieb gewonnene ‚Frosch-Organ” DeLonges übrig hat (ich könnte dahin schmelzen), dem sei eine Hörprobe dringend empfohlen. Perfekt produziert, hymnisch und lyrisch sehnsüchtig, wenn auch nicht übermäßig anspruchsvoll, sind diese 53 Minuten ‚Kopfkino’ vorbei, bevor sie richtig angefangen haben.
Und wenn Textzeilen wie „I’d Like To Say That Your My Only Fear / And When I Dream, It Slowly Disappears / And When I Wake, I’m Right Here By Your Side / To Feel Your Heart Beat In And Out Of Time” kein Pop sind, dann weiß ich auch nicht!