Als Ian Curtis sich im Mai 1980 das Leben nahm, war er erst 23 Jahre alt und seine Band Joy Division stand unmittelbar vor ihrer ersten U.S.A. Tour, ergo dem vermeintlich großen Durchbruch? Fakt ist, dass sein früher Freitod sicherlich erheblich zu dem Kultstatus beitrug, den die Band, aber vor allem Curtis selbst auch heute noch inne hat. Sagenumwoben und undurchsichtig erscheint dem außenstehenden Betrachter das (Gefühls-)Leben des Sängers mit der außergewöhnlich tiefen Stimme, dessen Suizid die Menschen in seinem Umfeld trotz einiger Anzeichen dennoch zutiefst überraschte…Stoff genug um Curtis eins der zur Zeit so beliebten und erfolgreichen Biopics zu widmen!
„Control“ ist aber sicher nicht in der Traditionslinie von Hollywood Blockbustern wie „Ray“ oder „Walk the line“ zu verordnen. Diese waren sicher keine schlechten Streifen, doch wenn sich der legendäre Fotograf und Musikvideoregisseur Anton Corbijn der Materie annimmt, so darf man besonders berechtigte Hoffnung auf einen authentischen, ästhetischen und zugleich anspruchsvollen Film hegen. Komplett in Schwarz-Weiß an originalen Schauplätzen gedreht und mit einem wohl brillant aufspielenden und bis dato noch unbekannten Sam Riley in der Hauptrolle besetzt, versucht „Control“ die Umstände zu beleuchten, die Curtis haben die Kontrolle verlieren lassen.
Ob es Corbijn gelingt einige Antworten auf die vielen offenen Fragen die der Suizid heute noch aufwirft zu klären und ob dies überhaupt Ziel des Films ist, erfahren die Kinobesucher ab dem 10.Januar 2008. Man darf gespannt sein – Ich bin es!!!
Mein lieber Schwan, dunkler gehts wohl kaum noch? Der Film ist ja wirklich stark gemacht, sowohl Bild als auch Ton. Aber die Story ist so düster, das man froh sein kann wenn man in die Bahn einsteigt und sich nicht davor schmeißt, nachdem man den Film gesehen hat.