Bei Play, dem ersten Stück von Kate Nash‘s Album Made of Bricks (Platz 1 der UK Charts), bin ich fast vom Stuhl gefallen. Nicht weil ich den Song so super fand, sondern vielmehr weil ich einiges daraus als Standard-Samples aus GarageBand, einem Musikprogramm von Apple für Heimanwender, erkannt habe. Samples, mit denen auch ich schon (allerdings weitaus erfolgloser) herumgespielt habe.
Zur Veranschaulichung höre man meinen winzigen Test-Track an und vergleiche es mit Kate Nash’s Play:
- Das-30-Sekunden-Bla
- Play (Probeversion bei
– oder auf YouTube (da besonders so um 0:30 Sek rum)
Ich bin mir fast sicher, dass die Drums auch aus GarageBand sind, aber ganz besonders dürfte der (leicht veränderte und teils geloopte) Orgel-Part auffallen.
Dieser spezielle Fall von “Garageband Lily Allen“ ist eigentlich recht unspektakulär (und schon diverse male beschrieben) – es fiel mir persönlich nur auf, weil ich die Software schon selber verwendet habe. Die Musik will auch nicht schlecht machen.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Es ist heute für einen kreativen Menschen leichter als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit seine Werke zu produzieren und zu verbreiten. Heute steht in Kinderzimmern Produktions-Technik zur Verfügung, welche noch vor 10 Jahren mehrere Zehntausend Mark gekostet hat.
Kate Nash ist nun bei Podydor, einem Sublabel der Universal Music Group, ihre UK Tour ist größtenteils ausverkauft und auch in Deutschland erlangt die junge Frau Bekanntheit. Und selbst ohne Label wäre es für sie nicht schwer, ihre Musik weiter unter die Menschen zu bringen. Davon leben zu können wirft dann freilich andere Fragen auf. Fragen auf welche Verwertungsmodelle wie die der GEMA keine Antwort mehr sind und Fragen über welche die Musikindustrie anscheinend noch nicht genug nachgedacht hat…
P.S.: Ach ja, das Album… Öhmmm. Ganz nett, hübsche Stimme hat die gute Frau, aber insgesamt nichts dolles…
